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Advaita Kongress in Wien

Martina Bartels PortraitMartina Bartels, arbeitet für den PR- und Marketing Bereich von Gut Saunstorf - Ort der Stille.  Anfang November fuhr sie als Repräsentantin für das moderne Kloster zum advaitaKongress nach Wien. Unter dem Motto: „Celebrating who    we are“ kamen dort spirituelle Lehrer, Schüler und Interessierte für vier intensive Tage zusammen.


Ursprünglich fand der Kongress mehrere Jahre in Moskau statt und wurde von tausenden Menschen aus aller Welt besucht. Er wurde von Swami Vishnudevananda Giri (Indien, Ukraine, Lettland) ins Leben gerufen und organisiert, der selbst Gründer des Zentrums für LAYA Yoga in Russland ist. Seit einigen Jahren ist es ihm verboten, den Kongress in Moskau abzuhalten.

Schloss Thalheim
                                                 Schloss Thalheim

Bernhard Köll, der Übersetzer des Buches von Swami Dharma Sumiran „Dialoge mit dem Sein“, welches gerade bei advaitaMedia erschien, ergriff dieses Jahr die Gelegenheit, mit großer Unterstützung dieser beiden Lehrer den Kongress in Österreich zu organisieren. Eine weitere, gute Fügung war Schloss Thalheim nahe Wien. Der Besitzer, selbst russischsprachig und ein sehr spiritueller Mensch, möchte sein Schloss öfters im Jahr ausschließlich spirituellen Veranstaltungen zur Verfügung stellen und war sofort bereit, seinen Platz zur Verfügung zu stellen.

So war dieser Kongress ein Auftakt dafür, eine große Dichte im Zusammensein mit Weisheitslehrern und Meistern mitten in Europa zu erleben. Wien hat dafür einen langen kulturellen Hintergrund, liegt zentral und bietet somit Gelegenheit des Zusammentreffens von Ost und West.
Überwiegend waren die Besucher russischsprachig, aber ich hörte auch englisch- und deutschsprachige Teilnehmer. Unter Mithilfe einiger Kongressteilnehmer wurde jede Veranstaltung in die jeweils erforderliche Sprache übersetzt, teilweise sogar in zwei.
OM war ebenfalls als Referent geladen, was er  wegen der Kurzfristigkeit der Einladung dieses Mal nicht ermöglichen konnte. Der Organisator hat uns gebeten, auch ohne OM dabei zu sein und unser modernes Kloster dort zu präsentieren.

Svami-Vishnudevananda-Giri
                                     Svami-Vishnudevananda-Giri

Richard Lang hat uns mit verschiedensten Experimenten den „headless way“ von Thomas Douglas nahe gebracht ... und auch den ein oder anderen zur Verzweiflung.
Spannende Sichtweisen auf das, was wahr ist, und was der Geist für wahr hält.

Mönche des Yoga-  und Meditationslehrers Sri Chinmoy gaben uns einen besonderen musikalischen Einblick in seine Musik. Sri Chinmoy war ein Meister der Künste. Er schrieb und komponierte über 22.0000 Mantren mit sehr tiefem meditativem Charakter und malte zahlreiche Bilder. Seine Musik zu spielen, ist nicht einfach. V.W.Spitzer, regelmäßiges Mitglied des Mozart Orchesters Salzburg, hatte die Idee, einige von Sri Chinmoys Stücke für das Symphonieorchester zu komponieren.
Ein umwerfender Hörgenuss ist entstanden – den wir natürlich nicht live erleben konnten.

Der Höhepunkt für mich auf dem Kongress war der advaita Lehrer Swami Dharma Sumiran. Er ist ein bekannter russischer Lehrer und Mystiker in der Tradition des advaita vedanta und des Zen, in erster Ausbildung Atomphysiker und Psychologe. Er leitete die erste Meditation am Morgen in der Grotte und es entfaltete sich schnell ein Feld tiefer innerer Stille in mir. Wer das erste, auf Deutsch erschienene Buch „Dialoge im Sein“ noch nicht kennt, dem kann ich es nur empfehlen zu lesen. Klar und einfach beschreibt er gleich zu Beginn, was in der Meditation geschieht, welche Stufen es gibt und wie man mit verschiedenen Arten der Meditation seinen Geist sehen und von ihm loslassen kann.

Richard Lang und Swami Dharma Sumiran
                                Richard Lang und Swami Dharma Sumiran

Sumiran stellte sich den Besuchern im Darshan mit Frage und Antworten zur Erforschung. Einige seiner Schüler waren ebenfalls anwesend und es gab weitere Lehrtreffen in kleinem Kreis. Glücklicherweise waren auch Teilnehmer bereit, mit Übersetzungen auszuhelfen. Sumiran legt wie OM großen Wert darauf, den Geist zu erforschen und den Gegner genau zu kennen. Daher lehrt er seine Schüler auch eine besondere Form der Kampfkunst: Wushu - Tai Chi artige Bewegungen. Er war in der Sowjetunion Silbermedalliengewinner im Ushu und brachte uns erste Bewegungen bei. Seine klaren, einfachen Anweisungen konnten von allen gut und fließend umgesetzt werden.

Es freut mich sehr, dass Sumiran mit seinen Schülern in Erwägung zieht, ein Retreat auf Gut Saunstorf zu geben. Die Moskauer waren übrigens begeistert – liegt Saunstorf doch nur gut 3 Flugstunden entfernt…Für mich war der Kongress eine Bereicherung insofern, dass sich ein starkes energetisches Feld bildet: Viele Formen, die das Eine ausdrücken. Tief berührt von der Dringlichkeit und Eindringlichkeit, mit der sie Suchende und Schüler unterweisen und sich zur Verfügung stellen. Es braucht viele Orte, an denen die hungernden Seelen genährt werden.

Vielen Dank an Bernhard und seine Frau für den Mut und die Arbeit, diesen ersten advaitaKongress organisiert zu haben. Wir freuen uns, auch Euch beide zu Sumirans Retreat hier begrüßen zu können. Danke an OM und die Klostergemeinschaft, dass es mir aufgrund meines Arbeitsbereiches zufiel, unseren Ort auf dem Kongress zu präsentieren.

Impressionen vom advaitaKongress
Impressionen vom Advaita Kongress auf Schloss Thalheim

Martina Bartels, November 2017
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