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Die Große Stille

Zur Eröffnung des Silent Love Schweige Retreats 2011 sprach OM C. Parkin über „Die Große Stille“. Wir möchten diesen berührenden Darshan hier noch einmal veröffentlichen, da diese intensive Zeit des Schweigens, Erforschens und Eintauchens in die Stille im Retreat mit OM im Juli vor der Tür steht.

Willkommen zum Darshan.

Ich möchte über die Große Stille sprechen.

p-om_c_parkin.jpgEs ist das größte Geschenk für einen Menschen, das Leben in der Großen Stille zu verbringen. Die Große Stille ist jenseits von Sprechen und jenseits von Schweigen. Die Große Stille ist jenseits der Welt und diesseits der Welt. Wenn wir Stille hören, so verstehen wir zunächst relative Formen von Stille. Relative Formen, die eigentlich Formen der Ruhe sind, aber nicht unbedingt der Stille und schon gar nicht davon, was ich die Große Stille nenne. Und dennoch sind all diese relativen Formen von Stille, die wir auch besuchen, wenn wir vorübergehend die Wogen der oberflächlichen Welt verlassen, sind all diese relativen Formen wegweisend in die Große Stille. So wie alle Begriffe, die eigentlich das Absolute benennen, können wir die Große Stille nicht verstehen, nicht analysieren, nicht rationalisieren, nicht erfassen. Eigentlich ist die Große Stille ein Begriff für Gott. Genauso wie der Begriff Gott ein Begriff für das Noumenale, für das Absolute, das Jenseitige, das, was uns in der Beschäftigung eines zum Teil belanglosen Lebens an der Oberfläche verloren geht. Wenn wir ein Leben in der Großen Stille leben, dann sind wir nicht mehr in der Stille, sondern alles ist in dieser Stille. Die Welt ist in dieser Stille aufgehoben. Wenn wir ein aktives und dynamisches Leben führen, was ja eigentlich die Regel ist für westliche Menschen unserer Zeit, dann ist diese Dynamik bestenfalls ein Ausdruck von Lebendigkeit, bestenfalls ein Ausdruck von Kraft und von mitten in der Welt sein. Doch allzu häufig geschieht es uns, dass es eben diese Aktivität ist, die wir mit dem Begriff „tägliches Leben“ beschreiben, die uns wegführt vom Gewahrsein innerer Stille, die ein Wegweiser sein kann für die Große Stille.

Gott ist ein Begriff, der belastet ist mit vielen tausend Jahren christlicher Prägung, belastet mit theologischen Auslegungen, Fehldeutungen und Fehlinterpretationen. Und dennoch bin ich zu diesem Begriff zurückgekehrt, weil er, wenn wir ihn in der Tiefe wirken lassen, in einem christlichen Menschen etwas Unnennbares bewirken kann, etwas Unbeschreibliches bewirken kann, etwas berühren kann und öffnen kann, jenseits rationalen Verstehens dieses denkenden Geistes. Und gleichwohl, wenn wir von der Großen Stille hören, so nehmen wir wahr, dass dieser Begriff leer ist, unbelastet, ungeprägt von Millionen Jahren von Geschichte dieser Erde. Irgendwie berührt dieser Begriff ohne Umwege, auf direkte Weise die Leere, das Jenseitige. Und es ist ein Begriff, der diesem Weg entspricht, der ein reiner Erfahrungsweg ist, ganz im Gegensatz zu den äußeren Religionen, die Glaubensmythen entwerfen, vorübergehende göttliche Bilder und Vorstellungen, die dazu dienen sollen, den Menschen letztlich doch durch seinen Glauben, durch seine Hinwendung, durch seine Herzensöffnung tiefer zu führen. Wenn wir jedoch den Erfahrungsweg gehen, welchen ich auch als den direkten Weg bezeichne, dann glauben wir nicht an Gott, genauso wenig wie wir an Gott zweifeln. Wir lassen den Glaubensgott hinter uns, was letztlich bedeutet, dass wir alle religiösen Konzepte hinter uns lassen. In einem christlichen Kontext mutet es geradezu blasphemisch an, wenn ich von einer Erfahrung von Gott sprechen möchte. Wenn ich das so sage, dann stellt sich heraus, dass eben dieser Begriff belastet ist. Das ist die Schattenseite dieses Gottes, der nicht mehr vordringt direkt ins Herz des Menschen, sondern der sich seinen Weg bahnen muss durch all die Schichten, die wir angesammelt haben, von Konzepten, von Vorstellungen, von Urteilen. Stille jedoch ist für jeden Menschen relativ erfahrbar.

Wie tief die Erfahrung innerer Stille gehen kann, wie tief dieser Fall in die Große Stille geschehen kann, das ist eine Frage des Loslassens eines Menschen. Und Loslassen beschreibt einen Akt des Sterbens während des körperlichen Lebens. Durch diesen inneren Akt des Sterbens, der die Welt und damit auch das vergangene Ich, das in der Vergangenheit lebt, dieser Akt des Sterbens, der all das zurücklässt, führt ganz natürlich in eine Erfahrung innerer Stille. Stille beginnt dort, wo die Bewegung der Oberfläche, an der wir leben, wo diese Bewegung in der Tiefe ruhiger wird, bis sie in Stille mündet. Stille ist also nicht einfach nur ein theoretischer Begriff. Wenn die Weisen, wenn die Seher, die Mystiker von der Großen Stille sprachen, und wenn sie damit letztlich Gott bezeichneten, dann nahmen sie Bezug auf eine sakrale Erfahrung, die von unendlicher Stille gezeichnet ist. Es ist keine unlebendige, lebensferne oder tote Stille. Wir müssen aufhören, wenn wir von Gott sprechen, wenn wir vom Absoluten sprechen, wenn wir vom Unnennbaren sprechen, von dem, was eigentlich in Worte nicht gefasst werden kann, dann müssen wir aufhören, dem bestimmte Attribute zu geben, die wir verstehen können. Attribute wie lebendig oder tot, Attribute wie tief oder hoch, wie licht oder dunkel. All diese Attribute können für DAS nicht mehr verwandt werden, auch wenn wir es versuchen. Es ist also unwahr zu sagen, die Große Stille sei lebendig, genauso wie es unwahr ist zu sagen, die Große Stille sei tot. Es ist jenseits des Vorstellungsvermögens linearen Denkens, dass es eine Welt, dass es ein Reich, ein Sein gibt, das gleichzeitig tot und lebendig ist, nicht abwechselnd, nicht nebeneinander, sondern gleichzeitig und ineinander, dass gleichzeitig dunkel und licht und damit weder dunkel noch licht ist. Und wenn es gleichzeitig tot und lebendig ist, dann ist es weder tot noch lebendig.

Es ist seit Generationen von interessierten inneren Menschen, die einem Weg gefolgt sind, der ihnen gewiesen wurde, eine Erfahrung, dass das Aufsuchen relativer Stille eine Öffnung in die Große Stille bewirken kann. Selbst dann noch, wenn diese Öffnung zunächst, wie jeder Meditierende weiß, vermehrt inneren Lärm hervorbringen kann. Das heißt, dass dieser asketische Aspekt des Weges um den Wert dessen weiß, was es heißt, die Welt immer wieder zurückzulassen und mit der Welt die Verstrickung in die Welt. Denn die Welt ist nicht nur das Denken, das unser Bewusstsein wie eine dichte Oberfläche bevölkert, nein, es ist das Denken, das Herr der Sinne dieses Körpers ist. Das heißt, das Sehen mit diesen Augen, das Hören mit diesen Ohren, das Tasten mit diesen Händen, das Schmecken mit diesem Mund, all das ist nicht getrennt von dieser intransparenten Schicht von Gedanken, die unser oberflächliches Bewusstsein bevölkert. Es geschieht vielmehr im Dienste dieser intransparenten Schicht von Gedanken. Wenn wir jedoch die Augen schließen, wenn der Tag zur Ruhe kommt, wenn es Nacht wird, wenn wir nicht gerade Angst bekommen, was die andere Seite ist, erfahren wir manchmal eine ganz natürliche innere Stille. Genauso ist es, wenn wir über einen Friedhof gehen. Die Präsenz des Todes, also die relative Abwesenheit der aktiven Welt öffnet einen stillen Raum in uns. Es ist also tatsächlich so, und es ist keine neue Erfahrung, sondern eine Erfahrung, die von Generationen von inneren Menschen geteilt wurde, dass das relative Verlassen der Welt, das vorübergehende Verlassen der Welt einen großen Wert für denjenigen Menschen darstellt, der interessiert daran ist, dass die inneren Augen geöffnet werden. Vielleicht können wir soweit gehen und sagen, es ist unabdingbar die Welt zu verlassen. Nun ist das Verlassen der Welt von viel umfassenderer Natur, als wir zunächst glauben. Mit diesem Verlassen verlassen wir auch die Verstrickungen in die Welt, die Anhaftungen, das Leiden, die Verstrickungen mit Belanglosigkeiten, die wir häufig im Zentrum unserer Aufmerksamkeit wiederfinden.

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Wenn unser Bewusstsein während des gesamten Wachzustandes und zusätzlich noch während Phasen des Schlafes in der Nacht von Eindrücken heimgesucht wird, wenn wir tagein, tagaus einer Flut von inneren Eindrücken, die über die Sinne reingeholt werden, ausgesetzt sind, dann befindet sich unsere Wahrnehmung in einem stark vergröberten, eigentlich abgestumpften Modus. Dieser Aspekt der Abstumpfung ist ein Aspekt, der von Erforschenden des Erfahrungsweges jederzeit bestätigt werden kann. Abgestumpft wird das Bewusstsein durch eine Flut grober Eindrücke, denen wir uns ständig aussetzen. Ein Mensch also, der sich körperlich von morgens bis nachts in Bewegung befindet, der nur arbeitet, der auf der anderen Seite nur seinem Vergnügen nachgeht oder Ähnliches, der jederzeit beschäftigt ist, genauso wie manche falsche Meditierende, die zwar der äußeren Welt entsagt haben, aber innerlich vollends dem intransparenten Strom der Gedanken ausgesetzt sind, all diejenigen erfahren eine starke Vergröberung ihrer Wahrnehmung und damit letztlich eine Verdunkelung des Bewusstseins. Darüber müssen wir uns grundlegend bewusst sein, gewahr sein, was es bedeutet, was es für Folgen hat, was es für Konsequenzen für unsere Wahrnehmung hat, wenn wir uns dieser inneren und äußeren Vergröberung ständig aussetzen. Wir sind es nicht gewohnt in die innerste Feinheit vorzustoßen, was bedeutet, auch die grobstoffliche Sphäre zurückzulassen, eine feinstoffliche Welt zu betreten, eine geistige Welt zu betreten und letztlich das Bewusstsein selbst zu betreten. Unser Geist, der es gewohnt ist in der grobstofflichen Welt zu leben, reagiert mit Angst, wenn eine Bewegung stattfindet, die diese Welt verlässt. Die Begegnung und die Berührung mit dieser Angst, die Begleitung und letztlich das Durchschauen von Angst ist somit eine große Hürde für die Menschen, einerseits, und andererseits ein großes Tor, durch das wir gehen müssen, weil es diese Angst ist, die uns immer wieder und immer wieder zurückholt. Das Grobstoffliche ist das Bekannte, das Bekannte ist auch die Verdunkelung und die Vergröberung des Bewusstseins. Wir können uns nicht vorstellen, welche Feinheit, welche absolute Feinheit des Bewusstseins notwendig ist, um Realität wirklich wahrnehmen zu können. Unsere Methoden der Wahrnehmung sind häufig viel zu grob und entsprechen modernen, industriellen Fischereimethoden, die mit großen Fischernetzen durch die Meere ziehen. In diesen Maschen bleiben nur die größten, vermeintlich saftigsten und fleischlichsten Fische hängen. Nein, wir brauchen sehr viel gezieltere, präzisere, innere Methodik von Wahrnehmung. Das Ziehen durch die Meere mit Schleppnetzen und riesigen Maschen, das mag in der grobstofflichen Welt noch für Unterscheidung ausreichend sein. Wenn wir jedoch wirklich an Realität interessiert sind, Realität öffnet die Große Stille, dann benötigen wir die Methodik hochgradiger Verfeinerung unserer Wahrnehmung. Damit diese Verfeinerung möglich ist, ist es notwendig den Zustand von Meditation aufzusuchen.

Die Advaitatradition hat eine sehr radikale Auffassung von Meditation, nicht fünfzehn Minuten, nicht eine Stunde am Tag, sondern vierundzwanzig Stunden am Tag. Das war es, was mein Lehrer immer wieder betont hat. Somit verstehen wir, dass Meditation ein Bewusstseinszustand ist, den wir aufsuchen müssen, den wir erfassen, erkennen, erfahren müssen, jenseits all unserer körperlichen Haltungen, unserer Arbeit, dem Sprechen oder Schweigen und den Geschehnissen des täglichen Lebens. Die Welt zu verlassen ist sehr viel umfassender als wir glauben. Die Welt zu verlassen würde bedeuten, dass die Welt hier zu Ende ist. Ich sehe Menschen nicht in dem Zustand, dass sie bereit sind, dass die Welt hier vollständig zu Ende ist. Nein, sie arbeiten einfach weiter, sie machen weiter, sie leben ein Leben in der Zeit. Ich aber habe immer wieder gesprochen über die Bereitschaft für das Ende. Es scheint schwer zu sein in einer modernen Welt, in der alle Menschen im Grunde materialistisch ausgerichtet sind und das bezieht sich nicht auf die äußere Materie. Nein, es ist eine Form des Denkens, eine Form des Habens, eine Form des Habenwollens, eine Form des Besitzens und des Haltens. All das ist Teil einer materialistischen Welt. Es ist schwer für so einen Menschen, der dieses Konzept lebt, das Ende der Welt wirklich zu erkennen, dafür bereit zu sein. Das Ende der Welt, das ist das Ende auch deiner Persönlichkeit, es ist das Ende dieses Menschen, sowie du ihn gekannt hast. Es gibt tatsächlich diesen Augenblick, wo in diesem Menschen, durch diesen Menschen ein Riss geht und dieser Riss ist das Ende. Und alles was dann geschieht, wissen wir nicht. Wir wissen nicht, was in diesem Menschen weiter vor sich gehen wird, er wird nicht mehr derselbe sein. Kein Mensch, der durch diesen Riss gegangen ist, war hinterher derselbe wie vorher. Die Welt setzt sich nicht so fort, wie wir glauben. Das Leben ist kein Kontinuum, es ist kein Kontinuum von Zeit, so wie wir glauben, dass es ist. Es ist kein Kontinuum von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das ist ein Konstrukt unseres Denkens, in dieser Welt leben wir und in dieser Welt, glauben wir, geschieht unser Leben. Und darin können wir uns nicht vorstellen, dass etwas zu Ende ist, dass mit diesem Ende alles was war, zu Ende ist, und dass aus diesem Ende das Unbekannte, das Neue und damit der nächste Augenblick entspringt. Wir können uns nicht vorstellen, was das heißt, so zu leben, weil es nicht Leben ist, wie wir es kennen. Denn ich sagte bereits, wenn wir uns der Realität annähern wollen, dann müssen wir aufhören in solchen Attributen zu denken. Ich meine Leben, wirkliches Leben, wäre also nicht mehr Leben im Gegensatz zum Tod, sondern wirkliches Leben, wahres Leben wäre gleichzeitig ein Leben und ein Sterben. Es wäre ein Leben, in dem ein Sterben in jedem Augenblick stattfinden würde und in dem Leben und Sterben, und auch die realen Prozesse damit benannt werden, nicht mehr getrennt sind. Das heißt, wir würden in einem Zustand leben, in dem wir nicht nur leben, sondern in dem Leben und Sterben gleichzeitig geschieht. In so einem Zustand kann die Welt, so wie sie in unserem Geist existiert hat, nicht mehr fortbestehen. Die Welt kann nur fortbestehen, weil wir Leben und Sterben getrennt haben und weil wir glauben, wir leben unser Leben und heute bin ich 40 Jahre alt, und nächstes Jahr bin ich 41 Jahre alt und ich heiße sowieso und irgendwann in der Zukunft sterbe ich halt. So denkt ein gewöhnlicher Mensch, so lebt er, das ist SEIN Leben. Dies ist ein gänzlich anderer Weg, eine gänzlich andere Perspektive, eine Perspektive, die interessiert ist an der Realität und nicht am persönlichen Traum, den ein Mensch für das Leben selbst hält. Wenn dieser Augenblick also tatsächlich Leben und Sterben wäre, dann könnte die Welt so nicht kontinuierlich fortexistieren, wie sie das in deinem Denken tut. Sie würde sozusagen jeden Augenblick sterben und jeden Augenblick wieder neu geboren werden. Dies ist also ein Zustand des Seins an der Quelle und ein Großteil unserer Bemühungen auf dem Weg beschäftigt sich ausschließlich damit, wie wir es vermeiden von dieser Quelle zu trinken und wie wir es vermeiden dieses letztendliche Verstehen zuzulassen und wie wir durch unbeirrbares Halten am Alten die Welt so und damit uns selbst so fortsetzen wollen, wie wir glauben, dass wir schon immer waren.

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Wahre Transformation ist ein seltener Vorgang. Der Unterschied zwischen wahrer Transformation und gewöhnlichen Prozessen von Veränderung, die Menschen auf dem Weg durchmachen, Veränderungen wie „früher hatte ich Angst im Fahrstuhl und jetzt geht es mir besser im Fahrstuhl“, Veränderungen wie „früher hatte ich Hass auf meine Mutter und heute kann ich ihr verzeihen“, das ist keine Transformation. Das sind harmlose Veränderungen innerhalb der Welt der Illusion des Geistes. Es sind dennoch Veränderungen, die wir vielleicht durchmachen müssen, weil sie uns helfen zunehmend die Augen zu öffnen. Aber Transformation ist im Gegensatz zu allen Prozessen von Veränderung, die wir durchlaufen, ein Todesprozess. Das heißt ein Prozess, in dem etwas unwiderruflich zu Ende geht, vollständig versinkt im Nichts und ohne auch nur eine Spur zurückzulassen. Das ist ein Prozess von Transformation und ein Mensch, der nicht bereit ist einen derartigen, radikalen Prozess bis auf den Grund zuzulassen, geht durch viele, zum Teil positive Veränderungen in diesem Leben, ohne wirkliche Kenntnis des Absoluten, ohne Kenntnis der Großen Stille. Wenn wir wirklich interessiert sind an der Großen Stille, an der ewigen Stille, an der tot-lebendigen, ewigen Stille, dann brauchen wir die Bereitschaft durch so einen Prozess von Transformation, durch einen Todesprozess zu gehen. Und dieser Todesprozess bringt Vieles mit sich, eigentlich fast alles, was wir nicht vorhersehen können. Das heißt du gibst dein Leben aus der Hand, es ist nicht klar, wie sich dein Leben weiter führt. Es ist nicht klar, was deine Aufgaben sind, es ist nicht klar, wie du bist und es ist auch nicht klar, wer du bist. All das ist nicht mehr klar. Du gibst dich hin an diesen einen Fall, durchgeführt durch die große Kraft und darin geschieht auf natürliche Weise Transformation, so wie sie auf einer anderen Ebene auch beim körperlichen Tod geschieht. Das was aus so einem Prozess hervorgeht ist nicht mehr das Alte. Es ist nicht mehr so wie vorher und es nimmt auch nicht mehr Bezug zu dem was vorher war und trotzdem gibt es das, was sich bewahrt und was sich bewahrt ist das, was schon vorher durchschien, nämlich das Wahre, Schöne und Gute der Seele des Menschen. Diese Seele des Menschen schien bereits durch bevor der Prozess von Transformation alles mit sich nahm, was an Bewusstseinsverdunkelung darüber lag, so dass die Augen nicht sehen konnten was ist. Wenn wir frei sind von jeder Verdunkelung, dann leben wir die große Stille. Paradoxerweise ist es so, dass es Teile des bunten Lebens sind und der bunten Eindrücke, die uns manchmal gierig nach Leben sein lassen, die dazu beitragen können Dunkelheit in Bewusstsein hervorzurufen. Das ist der Grund, warum es so wertvoll ist, immer wieder auch im Bewusstsein die Welt zu verlassen, so wie das auf einem Stilleretreat geschieht.

 

Darshan mit OM C. Parkin vom 28.07.2011

Das Video dazu finden Sie in unserer Mediathek: 

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