Wie trägt sich ein modernes Kloster? – Das materielle Fundament von Gut Saunstorf

15. Februar 2021

Im Juni 2016 haben sich acht Schüler von OM C. Parkin zu einem Arbeitskreis formiert, der es als seine Mission versteht, die materiellen Grundlagen für das moderne Kloster Gut Saunstorf zu stärken und zu fördern. Wesentliche Aufgabe des „Arbeitskreises Fundraising” ist neben der Initiierung von Spenden und Schenkungen auch die Pflege der Kommunikation mit den Unterstützern. Im Folgenden gibt der Arbeitskreis Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Spenden, Schenkungen und andere Formen der Unterstützung.

Gut Saunstorf ist einerseits ein geistiger Ort, der von dem spirituellen Lehrer, der Weisheitslehre sowie der Gemeinschaft der Weggefährten getragen wird. Andererseits haben wir es aber auch mit einem materiellen Ort zu tun, der finanziert und versorgt werden muss. Da ist der Hotelbetrieb, die Veranstaltungen, der Gutshausladen, der advaitaMedia Buchverlag, die vielen Mitarbeiter usw. und immer wieder verschiedene Bauprojekte. Wie trägt sich dieser Ort finanziell?

Die Gut Saunstorf GmbH trägt sich durch die Einnahmen aus Übernachtungen von Einzelgästen und Seminarteilnehmern in weiten Teilen selbst. Die Pflege des großen Parks jedoch sowie der Bereich „Kunst und Kultur”, die durch die Stiftung Gut Saunstorf betreut werden, bedürfen einer Unterstützung durch Spenden.

Muss ein Kloster überhaupt wirtschaftlich denken und handeln?

OM hat immer wieder betont, dass Gut Saunstorf – Ort der Stille als Kloster in erster Linie eine geistige Bestimmung hat, also kein gewöhnlicher Wirtschaftsbetrieb mit Profitinteresse ist. Dennoch versuchen Stiftung und GmbH gemeinsam, Einnahmen und Kosten in der Balance zu halten. Möglich wird das auch dadurch, dass viele Menschen den Ort mit ehrenamtlicher Arbeit – als Karmayoga – unterstützen. Das betrifft Arbeiten im Park und in der Küche, aber auch Unterstützung im Büro, bei Veranstaltungen, in der Verlagsbuchhandlung mit Online-Shop und in vielen weiteren Bereichen. Dass das Kloster so aufblühen konnte, haben wir dem Engagement jener Menschen zu verdanken, denen dieser Ort ein wirkliches Herzensanliegen ist.

Gerade in den letzten Jahren sind sehr viele weitere Projekte verwirklicht worden: Der Spa-Bereich, die Einfriedung des Klosters, die große Bronze- Figur auf dem Vorplatz („Friedensbote”), die Wiederherstellung der Pferdetränke als Teich, die gerade entstehende Kapelle.

Werden solche Projekte aus den laufenden Einnahmen des Hotel- und Veranstaltungsbetriebs finanziert?

Nein, denn der Betrieb trägt sich zwar in weiten Teilen selbst, ist aber für Reparaturen und Erneuerungen und auch bei „Wachstums-”Projekten auf Unterstützung durch Spenden angewiesen. Der Großteil besteht aus Kleinspenden. Dieses leidenschaftliche Engagement so vieler Menschen, das nicht nachlässt, ist immer wieder sehr berührend. Es ist auch ein Spiegel der Wertschätzung für das, was ihnen und der Gemeinschaft wirklich wichtig ist.

Werden auch Darlehen benötigt, um diese Projekte zu realisieren, oder auch, um den Ort am Leben zu erhalten?

Nein, in aller Regel nicht. Wenn der Ort bei jedem Projekt ein neues Darlehen aufnähme, dann würde das Kloster irgendwann an der Zins- und Tilgungslast zusammenbrechen. Insofern werden solche Projekte allein über Spenden, Schenkungen und Karmayoga-Unterstützung realisiert.

Bei der ursprünglichen Renovierung des Klosters wurde entschieden, keine Kredite von Banken aufzunehmen, sondern auf nahezu zinsfreie Darlehensangebote von Menschen zurückzugreifen, die dem Ort nahestehen. Diese Darlehen sind noch nicht abgebaut. Aber wenn jemand sein Geld beispielsweise für ein privates Projekt oder die Altersvorsorge zurückbraucht, findet sich schnell jemand, der dieses Darlehen übernimmt. Es gibt also ab und an eine Rotation unter den Darlehensgebern. Langfristig sollen die Darlehen systematisch abgebaut werden.

Ist es ein Ziel, dass sich der Ort irgendwann komplett selbst trägt, also auch aus sich heraus wachsen kann?

Das ist ein unrealistisches Szenario. Eine solche Anforderung würde man auch nicht an eine Universität oder an eine Kultureinrichtung stellen. Es gibt Bereiche, die sich dem Dogma von Wirtschaftlichkeit nicht beugen sollten. Das vergessen wir oft in einer zunehmend profitorientierten Gesellschaft, in der alles seinen „Marktwert” rechtfertigen und gegen Wettbewerb bestehen muss. Ein modernes Kloster hat einen Wert, der sich monetär nicht berechnen lässt und sich wirtschaftlich nicht rechnen muss. Es dient einem höheren Zweck und höheren Werten.

Auch wenn Stiftung und GmbH versuchen, so effizient und sparsam wie möglich zu wirtschaften, so sollte sich ein Kloster nicht unter das Joch der Rentabilität beugen, das würde die Übernachtungspreise für viele Menschen unerschwinglich machen und auch seinen Charakter massiv verändern! Denn es ist dieser „ungebeugte” Charakter von Gut Saunstorf, der viele Gäste anzieht, berührt und wiederkommen lässt.

Welche Möglichkeiten gibt es für Menschen, diesen Ort zu unterstützen?

Wer für einige Wochen oder Monate gegen Kost und Logis im Kloster arbeiten und an der Gemeinschaft teilhaben möchte, ist immer herzlich willkommen!

Regelmäßige Spenden jeden Monat als „Freund und Förderer von Gut Saunstorf” ermöglichen es, das denkmalgeschützte Gutshaus instand zu halten, den Park zu pflegen sowie Veranstaltungen im Bereich von Kunst und Kultur durchzuführen. Damit der Ort sich immer weiter seiner Vision annähern kann, werden einmalige Spenden und Schenkungen für Erweiterungsprojekte (wie z.B. die Kapelle oder den Springbrunnen) benötigt.

Viele Menschen, die sich dem Ort eng verbunden fühlen, haben zudem das Kloster in ihrem Testament bedacht. Und wer für einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren ein niedrig verzinstes Darlehen geben kann, hilft ebenso, da ab und an Darlehensgeber ihr Geld zurück benötigen.

Im Gutshaus befinden sich auch Wohnungen, die nahestehende Menschen gekauft haben. Gibt es noch die Möglichkeit, eine Wohnung im Kloster zu kaufen?

Als das Kloster restauriert wurde, war dies finanziell nur möglich, weil ca. 30 Menschen Wohnungen gekauft haben. Sie wurden an die Betreiber- GmbH vermietet und dienen der Unterbringung von Gästen. Es gibt zwar relativ wenig Fluktuation unter den Wohnungseigentümern, aber ab und an möchte ein Eigentümer eine ganze Wohnung oder einen Anteil verkaufen. Dann ergibt sich die Möglichkeit für jemand Neues, Eigentum innerhalb des Gutshauses zu erwerben und Teil der Käufergemeinschaft zu werden.

Sind Spenden für das Kloster steuerlich absetzbar?

Hier müssen wir unterscheiden. Alle Spenden, die dem denkmalgeschützten Haus und der Parkanlage gewidmet sind, fließen an die gemeinnützige Stiftung Gut Saunstorf und sind damit steuerlich voll absetzbar. Spenden an die Gut Saunstorf GmbH sind möglich und machen auch den Großteil der Spenden aus, sind aber leider nicht steuerlich absetzbar. Nicht zuletzt gibt es die neue OM-Stiftung für Innere Wissenschaft, die sich der Verbreitung der Weisheitslehre und Vernetzung zwischen Lehrern und Gemeinschaften verschrieben hat. Sie firmiert als gemeinnützige GmbH und kann ebenfalls Spendenbescheinigungen ausgeben.

Wie wichtig ist den Spendern, genau zu wissen, was mit dem Geld geschieht? Wie schafft Ihr Transparenz über die Verwendung?

Die allermeisten Menschen spüren, dass an diesem Ort eine Kraft wirkt, der sie vertrauen können, ihnen ist wichtig, dass es dem Gesamtfeld und -projekt zugutekommt. Gleichzeitig sehen wir es als eine wichtige Aufgabe, Transparenz zu schaffen. Wir versuchen, in der Mittelverwendung so offen wie möglich zu sein.

Wir haben dafür vor vier Jahren den Arbeitskreis Fundraising initiiert, der für Fragen von Spendern zur Verfügung steht und die Kommunikation zwischen dem Kloster und den vielen Unterstützern koordiniert. Wer den Impuls in sich verspürt, sich im Fundraising zu engagieren, wer Fragen zu Spenden, Schenkungen, Testament oder zur Verwendung der Mittel hat, möge gerne mit uns unter fundraising@gut-saunstorf.de in Kontakt treten.

Wir freuen uns auf den Austausch!


So können Sie das Kloster unterstützen

Einmalige Geldspenden
Jede Gabe ist willkommen und trägt ihren Teil bei.


Dauerhafte Geldspenden
Für langfristige Projekte sind dauerhafte Spenden in Form von monatlichen Überweisungen von großer Wichtigkeit, weil sie Planungssicherheit geben. Dauerhafte Geldspender für das Kloster werden im Projekt „Freunde und Förderer“ gesucht.


Arbeitsspenden
Im Haus, Garten und Park gibt es immer viel zu tun. Menschen, die für Kost und Logis arbeiten, sind herzlich willkommen.


Sachspenden
Vielleicht gibt es Gegenstände, die zum Geist von Gut Saunstorf passen, beispielsweise Gemälde, Statuen und antike Möbel, um das Kloster zu verschönern.


Erbschaften
Am Ende des Lebens stellen sich oft grundlegende Sinnfragen. Wozu war ich hier, was kann ich der Welt hinterlassen? Wäre es nicht eine schöne Idee, einen Ort der Stille und des Friedens, des Wachsens und Erkennens über das eigene körperliche Dasein hinaus zu fördern?
Für Menschen, die eine tiefere Verbindung zu diesem Ort und seiner Bestimmung fühlen und sich tiefer und längerfristig binden möchten gibt es weitere Möglichkeiten.

Darlehen
Bei der Entstehung von Gut Saunstorf war es der Gemeinschaft wichtig, nicht von Banken abhängig zu sein. Stattdessen wurden private Darlehen gegeben. Wird dieses Geld zurückgefordert, werden neue Darlehensgeber gesucht. Dies ist eine Form, vorhandene Gelder für
diesen Ort arbeiten zu lassen, sie aber nicht komplett wegzugeben. Innerlich entsteht so eine Anbindung an diesen Ort.


Wohnungskauf
Die Wandlung der Ruine in ein mit hochwertigen Materialien gestaltetes Gebäude wurde unter anderem finanziert durch Wohnungskäufe von Schülern. Immer wieder stehen Wohnungen oder Wohnungsanteile zum Verkauf. Dies ist als langfristige Anbindung an das moderne Kloster zu verstehen, denn bei jedem Eigentümerwechsel
entstehen erhebliche Kosten für Steuern und Notar.

Der Arbeitskreis Fundraising steht für alle Fragen bezüglich der oben genannten Fördermöglichkeiten zur Verfügung (fundraising@gutsaunstorf.de).

Aus dem Klosterkurier – Jubiläumsausgabe 2020 S. 16 f.

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